Lieber Herr Krupka haben Sie recht herzlichen Dank für Ihre ausführliche Nachricht! Am 15.05.26 um 17:23 schrieb Daniel Krupka:
Der Beitrag ist nicht nur zu lang, widerspricht an vielen Stellen unseren Anforderungen einer sachlichen Darstellung (siehe Leitlinien zur Kommunikation anbei: "Polemik, Ironie, Sarkasmus und übertriebene Zuspitzungen sind in Veröffentlichungen der GI zu vermeiden.")
s.o.: Solche Leitlinien kenne ich weder von journalistischen Kunden noch von der GI; deshalb hatte ich angeboten, das zu korrigieren. Hatten Sie das überlesen?
und verweist in den Zitaten vielfach auf privatwirtschaftliche Unternehmen, was als versteckt PR gelesen werden kann. Diese Argumente sind nicht fadenscheinig, wie sie mir in Ihrer Mail an unsere Präsidenten unterstellen. In unseren Augen ist der Beitrag kein "gelungener Weckruf" sondern eine Aneinanderreihung von Zitaten und die sind auch noch schlecht gewählt.
Gibt es denn (außer meinen eigenen Beiträgen) ein Dokument der GI, in dem die Rechenschaftspflicht/der Stand der Technik (nach DSGVO/NIS-2/CRA/DORA/UNECER155/IT-Sicherheitsrichtlinie/ ...) so erklärt wird, dass Nicht-Juristen eine Vorstellung davon bekommen, welche Konsequenz sich aus den Rechtsfolgen für die (künftige) breitbandige Vernetzung (industrieller) Dinge und die Auswertung von Daten/Steuerung von Geräten in Echtzeit mit Hilfe von wolkenbasierten KI-Quantencomputern ergibt? Hat die GI versucht, die Bildungspolitik dazu anzuregen, die Curricula der Natur- und Geisteswissenschaften daraufhin zu überprüfen, ob die Erstsemester von heute als Berufsanfängerinnen in fünf Jahren tatsächlich zum Erfolg des Unternehmens beitragen -- und nicht aus Unwissenheit gefährden?
Hier nur drei Beispiele, die äußerst problematisch sind: - Das erste Zitat aus dem Versicherungsjournal ist aus einer bezahlten Anzeige: https://www.versicherungsjournal.de/newsletter/4542. Really?
Die "Anzeige" basiert auf einem Text, den ich vor Jahren fürs Versicherungsjournal verfasst habe -- die Tatsache, dass der Verlag noch heute diesen Text bewirbt, scheint mir ein Beleg für seine Qualität zu sein?! Sollten Sie kein Konto beim Versicherungsjournal haben, schicke ich Ihnen bei Interesse gern mein Manuskript!
- Man kann von der der Arbeit der Regierung halten was man will, aber dem Kanzler "Volksverblödung" vorzuwerfen ist maximal Stammtischniveau.
s.o. Hätte die GI in der Vergangenheit angemessen auf die Bedeutung der regelkonformen Digitalisierung hingewiesen, wäre der Welt womöglich diese und zahllose ähnliche Bemerkungen aus Politik/Medien/Wirtschaft erspart geblieben. Welchen Anlass sollten FAZ/Handelsblatt/WELT auch haben, über die Bedeutung der Regelkonformität zu berichten, wenn nicht einmal die GI es für erforderlich hält, das zu tun? Das Ergebnis dieser Omertà bündelt sich in einer einzigen Schlagzeile [1] (Vorsicht Werbung!): „Die DSGVO ist mir scheißegal!“
- Die Liste der Unternehmen, die hier genannt werden und mit direkten Links bedacht werden, ist sehr lang. Das kann als unzulässige Werbung für die Unternehmen ausgelegt werden.
Ich muss leider sehr oft Texte lesen, in denen sich die Autorin irgendwas aus den Fingern saugt ohne dies mit Quellen zu belegen. Aus und über die Praxis/die REALITÄT zu berichten halte ich für essentiell.
Von daher würde ich an der Stelle sagen: Sparen Sie sich die Arbeit. Der Beitrag ist nicht geeignet, um auf Seiten der GI veröffentlicht zu werden.
Das Risiko, das die GI damit eingeht formuliert [2] Matt Bishop, Computerwissenschaftler der Universität von Kalifornien: "The other path, which I hope we don’t go down, is somebody will release a super worm or super whatever and take out about three-quarters of the computers in the world. What do we do then?" Ich halte es durchaus für möglich, dass jemand nach einem solch fundamentalen Ereignis auf die Idee kommt, die GI nach Ideen oder danach zu fragen, was sie denn in der Vergangenheit unternommen hat, eine derart missliche Situation zu vermeiden. Ich bemühe mich seit vielen Jahren -- weit unterbezahlt btw! -- um entsprechende Antworten. Und plane aktuell mit der Schweizer NextLevel Höhere Fachschule AG eine entsprechende Initiative. Ich würde mich freuen, wenn Sie mich dabei unterstützen würden. Ein sonniges Wochenende wünscht Joachim Jakobs [1] https://everphone.com/de/magazin/dsgvo-digitalisierung-mobile-devices/ [2] https://cybersecurityguide.org/expert-interviews/matt-bishop/