Hallo nochmal! Wie wäre es denn -- ganz technologieoffen!! -- darauf hinzuweisen, dass nicht nur die Digitalisierung vorankommt, sondern auch die damit verbundenen Risiken/Rechtsfolgen. Dass damit die Bedeutung des Stands der Technik zunimmt und jede Verantwortliche sich darum sorgen sollte, dass sie dieses Schutzniveau einhält/nur aktuelle, dh SdT-gemäß gewartete Software zum Einsatz kommen darf -- Hyperkonnektivität verlangt nach Verantwortung: "Überprüfen Sie einmal jährlich Ihr Verarbeitungsverzeichnis, Ihre Auftragsverarbeitungsverträge und Ihre technischen Maßnahmen. Die DSGVO verlangt, dass Maßnahmen dem Stand der Technik entsprechen (Art. 32 Abs 1 DSGVO). Was 2020 ausreichend war, muss es 2026 nicht mehr sein." Ab Sommer greift [2] nämlich eine "Compliance-Zange" -- da wirkt die KI-Verordnung in Kombination mit NIS-2 und DSGVO, Wenn dieser Text unter "Aktuelle Meldungen" auf GI.de veröffentlicht würde, wäre das ein wichtiges Signal an Politik, Medien, Wirtchaft,... -- und die GI würde sich der Öffentlichkeit als verantwortungsvolle Institution präsentieren, die mit Augenmaß vorangeht. Das könnte ich gern machen Gruß Joachim [1] https://brandauer-rechtsanwaelte.at/2026/04/22/dsgvo-strafen-oesterreich-202... [2] https://www.ad-hoc-news.de/boerse/news/ueberblick/manager-haftung-neue-geset... Am 06.05.26 um 11:49 schrieb Julian Kunkel:
Moin, ich finde das super.
Ich fände es interessant da einen Artikel zu formulieren, welcher das Neutral bewertet: der Stand der Technik. Das wäre unkritisch, herstellerneutral und belegbar. So einen Artikel kann man doch bei der GI veröffentlichen.
Wenn man dann dieses Artikel als Kriterienkatalog nutzt, dann könnte man sicherlich diesen anwenden und einzelne Hersteller beleuchten. Wenn sich hier dann Evidenz ergibt, könnte man das ebenfalls bei der GI platzieren.
Grüße, Julian
Am 05.05.26 um 15:51 schrieb Joachim Jakobs:
Hallo Daniel
aus meiner Sicht ist es nicht zwingend erforderlich, MS namentlich zu nennen -- es würde reichen, wenn die GI den Gedankengang darstellt, darauf hinweist, dass Regelkonformität in Echtzeit Stand der Technik ist. Und die Quellen referenziert.
Dann kann sich die Verantwortliche ihren eigenen Reim drauf machen. Das Thema aufgreifen fände ich aus Sicht der GI zwingend.
Ich würde das dann nochmal neutral formulieren
Viele Grüße
Joachim
Am 05.05.26 um 15:44 schrieb Daniel Krupka:
Hallo zusammen,
ich kann hier einmal etwas Licht ins Dunkel bringen, warum es für uns als Fachgesellschaft schwierig, gegen einzelnen Unternehmen Stellung zu beziehen – und ich weiß, dass das hier nicht vorbehaltlos geteilt wird:
Als Fachgesellschaft ziehen wir unsere Stärke, wenn wir den Rahmen definieren, innerhalb dessen gutes Handeln bewertet wird – statt selbst zum Akteur in konkreten Marktgeschehen oder Unternehmensangelegenheiten zu werden. Als wissenschaftliche Fachgesellschaft sollten wir sehr vorsichtig damit sein, öffentlich Position gegen einzelne Unternehmen, deren Produkte oder Geschäftsmodelle zu beziehen sowohl aus strategischen als auch aus normativen Gründen:
1. Wahrung wissenschaftlicher Neutralität und Glaubwürdigkeit: Als Fachgesellschaft genießen wir Vertrauen, weil wir evidenzbasiert und unabhängig gelten. Wenn wir gezielt einzelne Unternehmen kritisieren, kann schnell der Eindruck entstehen, wir handeln parteiisch. Das kann unsere Autorität langfristig untergraben.
2. Fokus auf Prinzipien statt auf Akteure: Als wissenschaftliche Fachgesellschaft sind wir stärker, wenn wir allgemeine Standards, Leitlinien und Kriterien formulieren (z. B. zu Qualität, Ethik, Transparenz), statt einzelne Marktakteure anzugreifen. So bleiben unsere Aussagen übertragbar, konsistent und anschlussfähig für Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Öffentlichkeit.
3. Begrenzte Informationsbasis und Haftungsrisiken: Eine belastbare Bewertung einzelner Unternehmen erfordert umfängliche Informationen und Analysen. Fehlbewertungen können uns angreifbar machen und ggf sogar rechtliche Risiken (z.B. wegen Rufschädigung) nach sich ziehen.
4. Gefahr der Instrumentalisierung: Öffentliche Kritik an einzelnen Firmen kann von Wettbewerbern, politischen Akteuren oder Medien strategisch genutzt oder verzerrt werden. Als Fachgesellschaft laufen wir Gefahr, Teil wirtschaftlicher oder politischer Auseinandersetzungen zu werden.
5. Erhalt von Dialog- und Kooperationsfähigkeit: Als Fachgesellschaft sind wir auch auf Kooperation mit Wirtschaftspartnern angewiesen (z. B. für Transfer, Sponsorings, Praxisbezug). Eine konfrontative Haltung gegenüber einzelnen Unternehmen kann Brücken abbrechen.
6. Ressourcen- und Mandatsfrage: Die systematische Beobachtung und Bewertung einzelner Unternehmen ist aufwendig und gehört nicht zum Kernauftrag für uns als Fachgesellschaft. Unser Mandat liegt eher in der Aggregation von Wissen als in der Einzelfallbewertung.
Natürlich kann es Ausnahmen geben, in denen eine Positionierung sinnvoll oder sogar geboten sein kann. Zum Beispiel, wenn grundlegende wissenschaftliche oder ethische Standards verletzt werden oder wenn wir über belastbare Evidenz verfügen. Dann sollte die Kritik jedoch sachlich, evidenzbasiert, transparent begründet und möglichst auf Prinzipien rückgebunden sein – und nicht als pauschale oder individuelle Abrechnung erscheinen. Das ist natürlich mitunter Auslegungssache und sollte dann künftig auch das Präsidium involvieren. In der Vergangenheit waren wir da auch nicht immer ganz konsistent, wollen da aber künftig mehr Stringenz reinbekommen.
Viele Grüße,
Daniel
Von: Harald Wehnes <harald.wehnes@uni-wuerzburg.de> Antworten an: Kommunikationskanal der AK OSS <ak-oss@lists.gi.de> Datum: Dienstag, 5. Mai 2026 um 14:55 An: "ak-oss@lists.gi.de" <ak-oss@lists.gi.de> Betreff: [AK-OSS] Re: Microsoft Windows nicht Stand der Technik?
Hallo Andrea,
Danke für Deine Initiative.
Die Gründe, weshalb sich die Leitung der GI früher gegen Namensnennungen von "potentiellen Sündern" ausgesprochen hat, kenne ich nicht.
Wir sind doch die "Stimme der Informatik".
Die Idee einer GI-Pressemitteilung finde ich gut. Vielleicht kannst Du dazu einen ersten Entwurf erstellen?
Etwas Input dazu in den beiden Anlagen, u.a. ein Vortrag den ich heute Vormittag beim DRV gehalten habe.
Ich freue mich auf Updates und Ergänzungen.
LG Harald
Von: Andrea Herrmann <AndreaHerrmann3@gmx.de> Gesendet: Dienstag, 5. Mai 2026 14:22:36 An: ak-oss@lists.gi.de Betreff: [EXT] [AK-OSS] Microsoft Windows nicht Stand der Technik?
Hallo, vielleicht wäre das ein Thema für eine Pressemitteilung der GI? Nicht ganz einfach einzufädeln, weil die Leitung der GI sich früher schon dagegen ausgesprochen hat, in ihren Pressemitteilungen namentlich genannte Firmen zu bashen. Und man bräuchte hieb- und stichfeste Belege. Aber das wäre natürlich ein Weckruf für Deutschland, wenn die GI verkündet, dass Windows oder Microsoft Office 365 oder beides nicht DSGVO-konform ist. :-)
Und falls die GI sich sträubt: Heise veröffentlicht gerne solche Artikel. So manche Warnung gabs zuerst in der ix oder ct. :-)
Seitdem ich gehört habe, dass Dateien, die man in Microsoft Office bearbeitet, stichprobenartig nach Redmont kopiert werden, mache ich Vertrauliches nur noch in Libre Office. Ohne weitere Nachprüfung, ob das wirklich stimmt. Mir kam es einfach plausibel vor nach dem Motto "Alles, was gemacht werden kann, wird auch irgendwann gemacht."
Viele Grüße, Andrea
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Dr. habil. Andrea Herrmann Maybachstr. 23, D-71706 Markgröningen, Germany +49 (0)7145-4892 www.herrmann-ehrlich.de
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Aktuelles im Blog: http://herrmann-ehrlich.over-blog.com/
Hallo Julian
ich habe heute erläutert [1], dass Windows nicht mehr Stand der Technik ist und deshalb nach DSGVO nicht mehr zulässig ist. Das gilt insb. nachdem MS die Unterstützung von Windows 10 im Oktober einstellt.
Am 01.05.26 um 11:12 schrieb Julian Kunkel:
Liebe OSS-Enthusiasten, Ihr Ziel ist ein „Offener Web Index“ (OWI) als öffentliches Gut – transparent, datenschutzkonform und unabhängig von US-Konzernen. Die Pilotphase läuft bereits, nun gilt es, diese Basis für die digitale Souveränität Europas zu skalieren.
SELinux ist wohl Stand der Technik, würde auch die Digitale Souveränität stärken -- insofern würde ich mich freuen, wenn der AK OSS oder besser noch die GI insgesamt für diese Bildungsinitiative [2] werben würde.
Viele Grüße
Joachim
[1] https://www.springerprofessional.de/cyber-sicherheit/it- controlling/stand-der-technik-entscheidet-bei-cyber-policen/52326570 [2] https://ak-oss.gi.de/mitteilung/bildungsinitiative-zur- regelkonformen-digitalisierung
== Information == https://ak-oss.gi.de/veranstaltung/information/europas-digitale- souveraenitaet-staerken-auf-dem-weg-zu-einer-europaeischen-web-daten- infrastruktur-fuer-web-suche-analytics-und-ki
Wann: 04.05.2026, 16:00 - 18:00 Uhr Wo: https://meet.academiccloud.de/gl/rooms/jul-yil-yvo-nqx
Bitte meldet euch gerne an.
Der Steuerungskreis freut sich auch sehr über Veranstaltungen die von unserem Kreis gepitched oder gar organisiert werden. Meldet euch gerne wenn ihr etwas tun wollt, wir unterstützen euch, wo möglich.
Beste Grüße, Julian Kunkel
AK-OSS Mailingliste -- ak-oss@lists.gi.de Zur Abmeldung von dieser Mailingliste senden Sie eine Nachricht an ak- oss-leave@lists.gi.de
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