Liebe
Mitstreiterinnen und Mitstreiter für Open Source und Digitale Souveränität,
ganz herzlichen Dank für die lieben Glückwünsche zum Albert‑Endres‑Award 2026.
Das hat mich sehr gefreut und bestärkt mich, das Thema weiter mit aller Kraft voranzutreiben.
Ein ausführlicher Bericht zur ACM‑Jahresveranstaltung, auf der ich den Award erhalten habe, ist heute erschienen: https://germany.acm.org/wir-sind-souveraen-digitale-souveraenitaet-und-unsere-verantwortung-als-buerger-und-informatiker-in-der-gesellschaft-die-jahresveranstaltung-2026.
Unter dem Motto „Wir sind Souverän!“ haben wir dort diskutiert, wie wir unsere digitale Zukunft selbst in die Hand nehmen können.
Die Erkenntnisse aus Neckarsulm – die Gewissheit, dass wir digital souverän werden können und müssen – nehmen wir nun mit in die Fachveranstaltung am 1. Juni 2026, 16-18 Uhr, zu der ich euch herzlich einlade:
Titel: "Digitale Souveränität fängt in der Bildung an – Schluss mit der digitalen Kolonie"
Anmeldung und Programm: https://ak-oss.gi.de/veranstaltung/information/digitale-souveraenitaet-faengt-in-der-bildung-an-schluss-mit-der-digitalen-kolonie
Speaker
Die Gefahr: Unser Sondervermögen versickert in den USA
Die Zahlen sind alarmierend: Unser Sondervermögen – gedacht für Infrastruktur, Bildung, Zukunft – ist durch massiv steigende Ausgaben im Milliardenbereich an Big Tech gefährdet. Der Bund gab 2025 fast eine halbe Milliarde Euro allein an Microsoft aus – 76 % mehr als zwei Jahre zuvor. Das EU‑Dienstleistungsbilanzdefizit gegenüber den USA erreichte 148 Milliarden Euro (2024). Geld, das hier für Kitas, Brücken und Schulen fehlt. Aber nicht nur dort – auch Kommunen, Universitäten und Forschungseinrichtungen müssen immer stärker sparen. Auf der anderen Seite fließen Milliarden Steuergelder ungebremst einige wenige US‑Konzerne.
Warum explodieren die Microsoft‑Ausgaben?
– Und wir müssen überall sparen!
Die Ursache: Microsoft bietet Studierenden Lizenzen kostenlos an. Das ist keine Wohltat, sondern eine strategische Investition: kostenlose Lockmittel für die nächste Generation. Wer heute nur Microsoft kennt, wird morgen nichts anderes
nutzen. Gewöhnung von heute = Abhängigkeit von morgen. Die öffentliche Hand zahlt später Milliarden für Lizenzen, Beratung und Zwangsupgrades – ohne lokale Wertschöpfung.
Das Paradox: Die technisch ausgereifte, bundeseigene Alternative openDesk existiert (über 160.000 Nutzer). Doch während Microsoft verschenkt, müssten
Hochschulen für openDesk 53,55 € brutto pro Studierenden und Jahr zahlen. Für eine mittlere Universität
mit 30.000 Studierenden sind das über 1,6 Millionen Euro Mehrkosten pro Jahr – eine unüberwindbare finanzielle Hürde.
Deshalb diese Veranstaltung – und warum Eure Teilnahme entscheidend ist
Unser Offener Brief vom 12.02.2026
Gemeinsam mit dem ZKI e.V. (270 Hochschulrechenzentren) und drei GI‑Arbeitskreisen haben wir im Februar 2026 an Bundesdigitalminister Dr. Wildberger appelliert:
openDesk muss für Studierende und Hochschulen kostenfrei werden – analog zu Microsoft 365.
https://www.zki.de/aktuelles/news/meldung/offener-brief-fuer-digitale-souveraenitaet-an-hochschulen
Das Ergebnis der DMK vom 13. Mai 2026
Die Digitalministerkonferenz hat unter TOP 5.11 eine Prüfbitte an den Bund beschlossen: ob ZenDiS‑Produkte wie openDesk Studierenden künftig
kostenfrei zur Verfügung gestellt werden können. Ein erster, wichtiger Schritt – aber nur eine Prüfung reicht nicht.
https://pak-digs.gi.de/mitteilung/dmk-will-kostenfreies-opendesk-an-hochschulen-pruefen-lassen-einladung-zum-fachevent-am-1-juni-online
Ziel der Veranstaltung
Wir wollen den DMK‑Prüfauftrag mit Leben füllen und die digitale Souveränität für die nächste Generation Wirklichkeit werden lassen. Aus der Prüfbitte soll ein konkreter Fahrplan werden. Gemeinsam mit allen Teilnehmer wollen wir die fachlichen, technischen und finanziellen Argumente für eine kostenfreie Bereitstellung von openDesk zusammentragen und Handlungsempfehlungen erarbeiten.
Jetzt seid Ihr gefragt
Bringt bitte Eure Expertise ein, diskutiert mit, und helft mit, dass wir digital souveräner werden und wieder über echte Fach- und Zukunftsthemen diskutieren können statt über die Umsetzung von Sparmaßnahmen. Jede Stimme zählt.
Ich freue mich auf Euch!
Herzliche Grüße, Harald
@1: Es gibt tolle Neuigkeiten aus Bayern!